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Wie berechnet sich die SLA auf Azure und AWS?

Alle großen Cloud-Anbieter, sei es Azure, AWS oder GCP, geben die Verfügbarkeit ihrer Dienste in Form von SLA Garantien an.

Welche Service Level Agreement Stufen gibt es?

Es gibt keine festen Stufen für die Angabe der Verfügbarkeit im SLA. In der Regel bewegen sie sich bei den großen Cloud-Anbietern rund um 99% und beziehen sich in der Regel auf einen Monat oder einen Jahresdurchschnitt. Je nach Dienst gibt es weitere Einschränkungen für die Gültigkeit der SLA und welche Dinge von der SLA nicht abgedeckt sind.

  • 99% Verfügbarkeit bedeutet, dass 3,65 Tage im Jahr ein Dienst nicht zur Verfügung stehen kann.
  • 99,9% Verfügbarkeit bedeutet, dass 0,365 Tage (also 8,76 Stunden) im Jahr ein Dienst nicht zur Verfügung stehen kann.
  • 99,99% Verfügbarkeit bedeutet, dass 0,365 Tage (also 52,56 Minuten) im Jahr ein Dienst nicht zur Verfügung stehen kann.

Wie gilt das SLA?

Das SLA gilt jeweils pro verwendetem Dienst. Bei einer Gesamtlösung, die mehrere Dienste verwendet, gilt jeweils die SLA des einzelnen Dienstes. Eine Gesamt-SLA gibt es nicht und wird auch nicht angeboten.

Von großer Bedeutung der SLA Verfügbarkeit ist oft der gebuchte Dienst, die Stufe des gebuchten Dienstes (Free, Basic, Standard, Premium, Dediziert). Kostenlose Services haben oft keinerlei Verfügbarkeitsgarantie; Premium und dedizierte Services in der Regel die höchsten Verfügbarkeits garantien.

Wie kombiniert sich das SLA?

Die SLA aus mehreren Diensten muss als Produkt der prozentualen Angabe kalkuliert werden.

  • Hat Dienst A eine SLA von 99,99% und Dienst B eine SLA von 99,95% dann ist die kombinierte SLA 99,94%.

Das bedeutet: je mehr Komponenten verwendet werden, desto geringer wird in der Regel die kombinierte SLA. Das bedeutet aber nicht, dass insgesamt die Solution unzuverlässiger wird; man muss dies jedoch in der Architektur sowohl der Cloud- wie auch der Software-Lösung beachten

Ist die Cloud Verfügbarkeit geringer als On Prem?

Normalerweise nicht.

Oft wird die SLA in der Cloud anders berechnet als in On-Prem Umgebungen. Interne IT-Abteilungen oder auch Software-Dienstleister lassen sich vertraglich "Wartungsfenster" garantieren, die nicht in die Berechnung der Verfügbarkeit einfließt.

Wenn also die IT ein Rechenzentrum aktualisiert und dafür 8 Stunden benötigt, weshalb die Software nicht verfügbar ist, dann bedeutet dies einen Ausfall von 0,01 % des Jahres - wird aber nicht in die Verfügbarkeitskalukation einberechnet.

Dadurch wird der Vergleich der Verfügbarkeit von Cloud und On Prem oft verwässert.

Hilft mir Multi Cloud?

Nein.

Das Konzept der Multi-Cloud dient nicht zur Steigerung der Verfügbarkeit. Der Sinn von Multi Cloud ist:

  • Senkung der Latenz in dem man die Lösung so nah wie möglich an den Benutzer bringt
  • Senkung der Abhängigkeit zu einem Cloud-Anbieter
  • Kostenreduktion durch Optimierung des Pricings der verschiedenen Anbieter

Bei letztem Punkt muss man beachten, dass ein Cloud-natives Vorgehen oft günstiger ist - sowohl in der Entwicklung wie auch im Betrieb - als ein Cloud-agnostisches Vorgehen.